Der FAIR SHARE Monitor

Der FAIR SHARE Monitor ist ein datenbasiertes Instrument zur langfristigen Untersuchung des Frauenanteils in den Belegschaften sowie Leitungs- und Aufsichtsgremien zivilgesellschaftlicher Organisationen. Er wird seit 2020 erhoben und bis 2030 jährlich aktualisiert.

Auf Basis der erhobenen Daten erstellen wir ein Ranking darüber, welche der Organisationen einen fairen Anteil von Frauen in Führung haben – und welche noch nicht. Die Organisationen werden namentlich aufgelistet und ihre jeweilige Entwicklung von Jahr zu Jahr systematisch dokumentiert. Mit jeder Aktualisierung werden Fortschritte, Stagnation oder Rückschläge in der geschlechtergerechten Besetzung von Führungspositionen transparent gemacht, um diese Veränderungen abzubilden. Für FAIR SHARE ist der Monitor ein neutrales Instrument, an dem sich sowohl die einzelnen Organisationen als auch der Sektor im Allgemeinen messen können.

Dank der Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat FAIR SHARE in den nächsten Jahren die Möglichkeit, den Monitor als fest etabliertes Monitoring-Instrument für den zivilgesellschaftlichen Sektor langfristig aufzubauen.

DE_ Info FAIR SHARE Monitor
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Hinweise zum aktuellen FAIR SHARE Monitor

Für den FAIR SHARE Monitor 2021 wurden 159 NGOs und Stiftungen zur Teilnahme eingeladen, fast doppelt so viele wie in der Pilotstudie 2020. Etwa ein Drittel der Organisationen (36%) hat uns aktiv bei der Datenerhebung unterstützt und entweder eigenständig Zahlen übermittelt oder von uns recherchierte Daten bestätigt. Schauen Sie sich mit Klick auf den Button den aktuellen FAIR SHARE Monitor an. Ferner haben wir für Sie hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse gebündelt.

Wie kann meine Organisation am FAIR SHARE Monitor teilnehmen?

Die Teilnahme am FAIR SHARE Monitor ist kostenlos. Bei Interesse können Sie uns einfach eine E-Mail an hello@fairsharewl.org schreiben und wir nehmen Sie und Ihre zivilgesellschaftliche Organisation in unseren E-Mail Verteiler auf. Die nächste Erhebung für den FAIR SHARE Monitor 2022 wird im Herbst diesen Jahres starten.

Organisationen, die zwischenzeitlich das FAIR SHARE Commitment unterzeichnen, nehmen wir auch unterjährig in den aktuellen FAIR SHARE Monitor mit auf.

Wie definieren wir einen FAIR SHARE?

Wir definieren einen FAIR SHARE, also einen fairen Anteil, folgendermaßen:

  • Leitungspositionen sind mindestens zu 50% mit Frauen besetzt,insbesondere im leitenden Management (einschließlich der Geschäftsführung) und im Vorstand
  • falls die Belegschaft zu mehr als 50% aus Frauen besteht, sollte ein entsprechend höherer Frauenanteil auch auf Führungsebene erreicht werden

Weitere Fragen zu unserer Arbeit beantworten wir in unseren FAQ.

Welche Daten erheben wir für den FAIR SHARE Monitor?

Unser Fragebogen ist kurz und bündig und dank unserer neuen Monitor-App bequem online auszufüllen. Hier können Sie eine detaillierte Übersicht der Fragen des FAIR SHARE Monitor 2021 einsehen.

Derzeit erheben wir die folgenden Zahlen:

  • Die Gesamtzahl der Mitarbeiter*innen Ihrer Organisation
  • Die Anzahl der Mitarbeiter*innen, die sich als Frauen identifizieren
  • Die Anzahl der Frauen und Männer im Leitungsteam Ihrer Organisation
  • Die Anzahl der Frauen und Männer im Aufsichtsgremium Ihrer Organisation

Ferner fragen wir die teilnehmenden Organisationen, ob sie eine interne Richtlinie zu Gleichstellung und/oder Diversity verabschiedet haben.

Wir sind uns bewusst, dass Vielfalt deutlich mehr Dimensionen als nur Geschlechtergrechtigkeit umfasst. Im FAIR SHARE Monitor konzentrieren wir uns auf die größte in den Führungsetagen unterrepräsentierte Bevölkerungsgruppe, zu der Daten verfügbar sind und die zudem den Großteil der Arbeit in den Organisationen erledigt. Wir wünschen uns darüber hinaus auch mehr Diversität hinsichtlich Alter, race, sexueller Orientierung, Religion, sozialer Herkunft oder Nationalität in den Führungsebenen der Zivilgesellschaft und wollen mit unserer Initiative zu diesem notwendigen Kulturwandel beitragen.

Wie erstellen wir den FAIR SHARE Monitor?

Die jährliche Datenerhebung für den FAIR SHARE Monitor beginnt im November und läuft bis Ende Januar. Die per Mail zur Teilnahme aufgerufenenen Organisationen können ihre Zahlen über unsere Monitor-App online eingeben und abspeichern. Anschließend starten wir die Datenanalyse und veröffentlichen die Ergebnisse pünktlich zum Internationalen Frauentag Anfang März.

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Wie berechnet sich der FAIR SHARE Index?

Der FAIR SHARE Index errechnet sich aus einer Kombination von Repräsentationslücken und etwaigen geschlechtsspezifischen Ungleichgewichten zwischen Führung und Belegschaft. Er ermittelt, ob es Repräsentationslücken in der Belegschaft, im Managementteam und im Aufsichtsgremium gibt, d. h. ob der Frauenanteil in einem dieser Gremien unter 50 % liegt. Der Durchschnitt der zuvorgenannten Repräsentationslücken ergibt die sogenannte FAIR SHARE Repräsentationslücke. Diese wird mit der FAIR SHARE Lücke, die den Unterschied zwischen dem Anteil von Frauen an der Belegschaft und dem Anteil von Frauen in Führungspositionen misst, zum FAIR SHARE Index kombiniert.

Die Repräsentations- und FAIR SHARE Lücken im FAIR SHARE Monitor sind nicht geschlechtsneutral. Der Grund dafür ist, dass die Herausforderung der Geschlechtergleichstellung nicht als geschlechtsneutral betrachtet werden kann: Der FAIR SHARE Monitor wurde angesichts der Erkenntnis erstellt, dass die Führungsebene in zivilgesellschaftlichen Organisationen oft überwiegend männlich ist, während die Belegschaft tendenziell mehrheitlich weiblich ist. Im Kontext des FAIR SHARE Monitors bedeutet dies, dass wir eine Repräsentationslücke nur dann als solche zählen, wenn Frauen weniger als 50 % der Belegschaft oder der Führungsebene ausmachen, was auf ein Ungleichgewicht zu Ungunsten von Frauen hinweist.

Darüber hinaus behandeln wir angesichts des traditionellen Ungleichgewichts eines geringeren Anteils von Frauen in Führungspositionen im Vergleich zum Anteil von Frauen an der Belegschaft einen “Überschuss” an weiblichen Führungskräften im Verhältnis zur Belegschaft nicht auf die gleiche Weise wie einen “Überschuss” an männlichen Führungskräften. Aufgrund der langjährigen Diskriminierung von Frauen korrigieren wir jede FAIR SHARE Lücke, bei der Frauen einen größeren Anteil an der Führung als an der Belegschaft ausmachen, um 50%. Würden wir dies nicht tun, würden zivilgesellschaftliche Organisationen mit einem größeren Anteil von Frauen in der Führungsebene im Vergleich zu ihrer Belegschaft im Index genauso negativ bewertet werden wie Organisationen, in denen Männer die Führungsebene im Vergleich zu ihrem Anteil an der Belegschaft übermäßig dominieren.

Das bestmögliche Ergebnis ist 0, was bedeutet, dass der Frauenanteil in der Belegschaft und in der Führungsebene mindestens 50 % beträgt und die Führungsebene hinsichtlich der Geschlechterverteilung repräsentativ für die Belegschaft ist. Das mathematisch schlechteste mögliche Ergebnis wäre ein Indexwert von 132, was dem theoretischen Wert von 99 % Frauen in der Belegschaft und 100 % Männern in der Führungsebene entspricht.

Welche zivilgesellschaftlichen Organisationen laden wir zur Teilnahme ein?

Am FAIR SHARE Monitor sind bisher rund 160 zivilgesellschaftliche Organisationen beteiligt. Diese Auswahl wird jährlich von FAIR SHARE erweitert und wir freuen uns über jede weitere zivilgesellschaftliche Organisation, die aus eigener Initiative in den FAIR SHARE Monitor aufgenommen werden möchte. Bei Interesse schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an monitor@fairsharewl.org.

Das aktuelle Ranking umfasst die größten und bekanntesten zivilgesellschaftlichen Organisationen in Deutschland, basierend auf der Liste zum Geldspendenaufkommen des DZI Spenden-Almanachs und der Liste der größten gemeinwohlorientierten Stiftungen des Bundesverbands deutscher Stiftungen. Diese lassen sich einer von zwei Gruppen zuordnen: Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Stiftungen.


Hinweis:
Einmal in den FAIR SHARE Monitor aufgenommene Organisationen werden jährlich eingeladen, an der Datenerhebung teilzunehmen und ihre Daten entsprechend zu aktualisieren. Natürlich können sich die betreffenden Personen aus unserem E-Mail Verteiler abmelden, ihre Organisation kann sich der Untersuchung der öffentlich verfügbaren Daten jedoch nicht entziehen.

Rückblick auf das Event zur Veröffentlichung des FAIR SHARE Monitors 2021

Mit aktuellen Daten, neuen Ideen und starken Netzwerken für mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Führung zivilgesellschaftlicher Organisationen haben wir am 2. März 2021 den FAIR SHARE Monitor 2021 veröffentlicht.

Im Rahmen der Online-Veranstaltung FAIR SHARE Monitor 2021 – Gemeinsam für mehr Frauen in Führung in der Zivilgesellschaft kamen rund 100 Teilnehmer*innen zusammen, um gemeinsam mit uns über die Geschlechtergerechtigkeit im Sektor zu diskutieren und Lösungsansätze zur nachhaltigen Veränderung der Lage zu entwickeln. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Emilia Zenzile Roig, Gründerin & Geschäftsführerin des Center for Intersectional Justice (CIJ).

Auf unserer Event-Seite können Sie nachträglich die Aufzeichnungen aller Programmpunkte sowie die Ergebnisse der Workshopphase ansehen.

 

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Wie fielen die Ergebnisse in 2020 aus?

Gerne können Sie HIER einen Blick auf die Ergebnisse unserer Pilotstudie aus dem Jahr 2020 werfen. Darin aufgeführt sind die Daten von 81 zivilgesellschaftlichen Organisationen.

Alle in der Pilotstudie aufgeführten NGOs und Stiftungen sind Teil des aktuellen FAIR SHARE Monitors. Einzige Ausnahmen sind die CBM Christoffel-Blindenmission Christian Blind Mission e.V., die auf eigenen Wunsch ab 2021 im internationalen FAIR SHARE Monitor gelistet wird, und Brot für die Welt, Diakonie Deutschland und Diakonie Katastrophenhilfe, die ab sofort gemeinsam als   Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V. auftreten.

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